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  • 25Nov

    Fehlende bzw. fehlgeleitete Informationspolitik wäre eine zu „aktive“ Umschreibung für das Phänomen, das ich hier beschreiben werde. Es handelt sich eher um den fehlenden Mut/Willen zur notwendigen Transparenz und Offenheit; oftmals vermeintlich strategisch begründet, oft aber auch nur aus reiner Kommunikationsfaulheit.
    Sätze wie „Pssssst! – das ist top secret“ oder „Das ist noch nicht offiziell“ sind in der Unternehmenswelt keine Seltenheit. Spätestens wenn diese Sätze fallen, weiss es sowieso schon jeder im Unternehmen.

    Projekte die derart Starten sind grösstenteils zum Scheitern verurteilt. Der Grund liegt auf der Hand: wie sollen Mitarbeiter ein Projekt unterstützen, bei dem die Projektverantwortlichen kein Interesse daran zeigen, dass die Mitarbeiter etwas davon erfahren? Dabei lässt dieses Verhalten für die Mitarbeiter verschiedene, durchaus legitime Interpretationsmöglichkeiten offen. Eine Interpretationsmöglichkeit wäre beispielsweise, dass die Projektverantwortlichen schlicht und einfach desinteressiert sind. Eine andere, vielleicht extremere Interpretationsmöglichkeit wäre, dass es „vermeintlich geheim“ ist, weil das Projekt einigen Mitarbeitern den Kopf kosten könnte. Wieder eine andere Interpretationsmöglichkeit dieses Verhaltens wäre, dass man die Mitarbeiter für „zu dumm hält“ um ihnen den strategischen Nutzen des Projektes erläutern zu können. Oder man interpretiert ein solches Vorgehen ganz sachlich: die Projektverantwortlichen haben kein Vertrauen in Ihre Mitarbeiter.

    Klingt motivierend, oder?

    Genauso motiviert werden die Mitarbeiter in der Folge das Projekt in Empfang nehmen. Bis das Projekt zur Umsetzung bereit sein wird, hat sich bei den Mitarbeitern schon eine derartige Mauer voller Misstrauen und Ablehnung gebildet, dass eine Realisierung entweder scheitern wird, oder nur mit unverhältnismässig hohem Druck von oben umgesetzt werden kann. Es erübrigt sich zu erläutern, dass beide Fälle regelmässig schwerwiegende negative Folgen nach sich ziehen und daher nur in den seltensten Ausnahmefällen vertretbar sind.
    Nur selten ist eine Geheimhaltung wirklich nachdrücklich gewollt. Oftmals sind solche Szenarien nur das unerwünschte Produkt verfehlter Kommunikation und/oder verfehlter Informationsbewertung. Ich bin mir sicher, dass kein Projektveranwortlicher ein Interesse daran hat, seine Mitarbeiter bewusst zu verunsichern. Selbst wenn von einigen Seiten eine Geheimhaltung gewünscht wird, stellt sich die legitime Frage, ob eine solche überhaupt notwendig und sinnvoll ist.
     

    Informationsbewertung – oder was ist wirklich geheim?

    Wir neigen dazu, mehr Information den Stempel „geheim“ aufzudrücken als notwendig. Prinzipiell ist das nicht schlecht, da dieses Verhalten von einem gesunden Sicherheitsbewusstsein zeugt. In der Projektwelt bildet jedoch gerade diese Überbewertung einen Fallstrick.
    Was ist denn schon wirklich geheim?

    Wenn wir ehrlich sind, dann ist nur ein Bruchteil aller Geschäftsinformationen auch als Geschäftsgeheimnis einzustufen. Alle übrigen Informationen sind im wahrsten Sinne des Wortes „harmlos“. Ein Wissen oder Nichtwissen über den Bestand dieser Informationen hat keinerlei relevante Auswirkungen; wahrscheinlich nicht einmal für die Konkurrenz. Hier gilt es ein Gespür dafür zu entwickeln, welche Informationen tatsächlich sensibel sind und welche nicht. Eine Überbewertung, unabhängig davon in welche Richtung, ist hierbei tunlichst zu vermeiden.

    Eine offene und transparente Kunikationspolitik heisst natürlich nicht, dass jede Buchungszeile eines Projekts offengelegt werden muss. Dies wäre weder interessant noch informativ. Es genügt bereits das Projekt selbst und dessen Ziele bekannt zu geben; im besten Fall „zu präsentieren“.

    Man wird sehr rasch feststellen, dass das wirklich nur einige wenige Informationen beschränkt werden müssen.
     

    Kommunikation – ich hab doch sowieso schon so viel zu tun?

    Der Faktor Kommunikation ist einer der grössten kritischen Erfolgsfaktoren im Projektmanagement. Dies belegt sowohl die tägliche Praxis als auch viele Studien zum gleichnamigen Thema (Beispielsweise „Warum Projekte scheitern“, http://pm-blog.com/2009/07/04/warum-scheitern-projekte , von Stephan Hagen). Mangelnde Projektkommunikation wird immer noch als einer der häufigsten Gründe für das Scheitern von Projekten angegeben, obwohl das Problem beinahe jedem bekannt ist. Stephan Hagen (Initiator: PM-Blog) hat hierzu treffend ausgeführt: „Es besteht kein Wissensproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“.

    Doch warum bereitet die Kommunikation immer noch solche Schwierigkeiten?

    Kommunikation ist eine unbestritten notwendige, harte und vor allem komplexe Arbeit. Jeder, der schon einmal in einem Projekt mitgearbeitet hat wird das bestätigen können. Ohne Kommunikation steht ein Projekt still.

    Die Projektmitarbeiter, die Kunden und auch die restlichen Stakeholder müssen ständig informiert werden. Hinzu kommt, dass die Art und Weise der Kommunikation von hoher Bedeutung ist. Das heisst: wann, wer, wie, über welche Informationswege kontaktiert und informiert wird. Zusätzlich sollte man noch die verschiedenen Stakeholder einschätzen und „abholen“, die Projektmitarbeiter und ihre Anliegen verstehen und komplexe Systeme menschlicher Gruppeninteraktion überschauen können. Es erübrigt sich auszuführen, dass hierfür ein hoher Grad an sozialer Kompetenz und Arbeitszeit notwendig ist. Die Hauptarbeit kommt dabei den Projektverantwortlichen zu. Je grösser das Projekt, desto höher ist ihre soziale und somit auch informationspolitische Aufgabe. An dieser Stelle muss aber zugestanden werden: gerade dafür sind sie ja da!

    Wenn dies für das Projekt selbst gilt, dann gilt dies auch für die „Vermarktung“ des Projektes nach aussen hin. Allerdings ist das „sich nach aussen präsentieren“ etwas einfacher. Die umliegenden Mitarbeiter wollen lediglich, dass man sie über die generellen Vorgänge informiert, dass sie wissen, was im Unternehmen läuft, in welche Richtung das Unternehmen sich orientiert. Kurz gesagt: sie wollen Teil des Unternehmens sein und das Vertrauen Ihrer Vorgesetzten geniessen. Dies ist „nur“ durch eine authentische Offenheit erreichbar. Eine einfache Information über das Projekt, dessen Funktion, dessen Ziele und vielleicht noch einige informative Statusupdates genügen in der Regel.

    Ist das wirklich zu viel verlangt?
     

    Projektmarketing – Aktion statt Reaktion

    Noch einen Schritt weiter geht das aktive Projektmarketing. Hier geht es darum, gezielt für das Projekt zu werben. Es wird dabei oft übersehen, dass das interne Projektmarketing (also das Projektmarketing gegenüber dem eigenen Unternehmen / gengenüber den eigenen Mitarbeitern) genauso wichtig ist wie das Projektmarketing gegenüber seinen Kunden. Nur ein überzeugter und motivierter Mitarbeiter wird sich aktiv und produktiv einbringen.

    Auch Mitarbeiter die selbst nicht im Projekt mitarbeiten, sollten von diesen Marketingstrategien umfasst sein. Denn immerhin sind sie potentielle Meinungsmacher. In erster Linie sind sie dies nach innen hin, sekundär aber auch nach „aussen“ hin (v.a. gegenüber Externen, gegenüber ihren Kunden, gegenüber ihren Angehörigen, etc.). Durch ihre positiven Ansichten und Gespräche über das Projekt fördern sie dieses indirekt mit.

    Projektmarketing ist ein sehr grosses, allumfassendes Wort. Dabei genügen bereits kleine Massnahmen wie beispielsweise eine Mitarbeiterversammlung oder ein in eine Veranstaltung gehülltes Projekt-KickOff.
     

    Angst vor Kritikern?!

    Natürlich und „Gott sei Dank“ gibt es in jedem Unternehmen kritische Geister. Nicht jeder wird mit einem Projekt einverstanden sein. Dies kann die unterschiedlichsten Gründe haben: beispielsweise schlichte sachliche Kritik, oder aber auch persönliche emotionale Kritik. Einige Projekte werden mehr allgemeine Kritik ernten als andere. Nicht selten wird versucht dem zu entgegnen, indem man das Projekt bis zu einem gewissen Zeitpunkt geheim hält.

    Diese Vorgehensweise basiert jedoch auf mindestens zwei Irrtümern. Erstens lässt sich kein grösseres Projekt mit mehreren Leuten wirklich geheim halten. Wenn es inoffiziell bekannt wird, dann wird die Kritik in der Regel eher zu- als abnehmen. Zweitens ist Kritik kein Gegner, sondern ein Freund. Nur mit konstruktiver Kritik kann man seine Ideen, Thesen und auch Projekte messen. Wenn die eigenen Argumente überwiegen, dann ist der Projektführungswunsch legitim. Wenn die eigenen Argumente tatsächlich die Schwächeren sind, dann gibt es vielleicht wirklich keinen Grund das Projekt zu führen. So professionell sollte jeder von uns sein.

    An dieser Stelle sei gesagt, dass man sich auch nicht vor destruktiver Kritik fürchten muss. Diese eliminiert sich in einer gesunden Unternehmenskultur häufig selbst.
     

    Fazit – „Achtung – wir starten kommenden Monat ein grossartiges Projekt!“

    Es gibt tatsächlich Projekte in Unternehmen, von denen die Mitarbeiter keine Kenntnis haben müssen und auch keine haben sollen. Diese beschränken sich allerdings auf ein absolutes Minimum. Ich behaupte, dass dies auf 99% aller unternehmensinternen Projekte nicht zutrifft. Die wenigsten Projekte enthalten brisante Geschäftsinformationen. Nur die wenigsten Projekte sind daher wirklich geheim.

    Warum sich mit unnötiger Geheimniskrämerei, unnötigen Arbeitsaufwand verschaffen?
    Verkündet eure Projekte, deren Ziele und Wirkung, seid stolz darauf dieses Projekt durchführen zu können und vermittelt diese Euphorie auch den übrigen Mitarbeitern. Betrachtet das Unternehmen als grosse Familie, in der am Mittagstisch offen diskutiert wird.

    Vielleicht setzt ihr sogar eine Prise Projektmarketing ein und nehmt offene Fragen und Diskussionen durch eine gezielte Informationspolitik gleich vorweg. Ihr seid somit der Gerüchteküche einen Schritt voraus indem ihr den Weg und die Art der Information bestimmt und gezielt streut. Ihr seid dadurch auch euren (persönlichen und sachlichen) Kritikern einen grossen Schritt voraus. Sollte dennoch ein legitimer Anlass zur Kritik bestehen, so bietet sich die Möglichkeit die kritischen Punkte zu diskutieren und legitime Wünsche/Anregungen noch ergänzend in das Projekt einzubringen; das Projekt also zu bereichern.

    Hütet euch vor Geheimniskrämerei. Projekte die derart beginnen, werden nur sehr selten erfolgreich abgeschlossen. Eine offene und transparente Informationspolitik schadet so gut wie nie. In diesem Falle rate ich zum Mut zur Information! Ich bin davon überzeugt, dass euer Projekt davon profitieren wird.

  • 17Nov

    Ich war heute auf Wikipedia, um einige unbekannte Begriffe nachzuschlagen. Dabei stiess ich auf den “persönlichen Spendenaufruf” von Brandon Harris, einem Wikipedia-Programmierer. In diesem Aufruf bittet er um Spenden und begründet dies damit, dass Wikipedia für die Freiheit der Menschen eintrete, völlig unabhängig und werbefrei sei, daher aber auf Spendengelder angewiesen sei. Klingt soweit nicht nur logisch, sondern würde von mir prinzipiell auch unterstützt werden.

    Dann musste ich folgenden Absatz lesen: “Ich arbeite für die Wikimedia Foundation, weil ich von tiefstem Herzen glaube, dass es das Richtige ist. Ich war bei einem großen Technikunternehmen beschäftigt und habe an irgendeiner miesen Sache gearbeitet, mit der ahnungslose Kunden um ihr Geld gebracht werden sollten. Ich bin abends völlig niedergeschlagen von der Arbeit nach Hause gekommen.”

    Ich weiss nicht, wie Brandon Harris das Geschriebene meint, aber es klingt zumindest ganz schön anmassend. Für einen guten Zweck Werbung zu machen ist mE. legitim und angebracht, dabei jedoch indirekt und pauschal andere Tätigkeiten schlecht zu machen – und so muss ich das als Mitarbeiter eines grossen Technikkonzerns nun mal verstehen – ist nicht nur unangebracht sondern für diesen Aufruf auch völlig unzweckmässig.

    Jeder Lehrling, der einmal das Thema “Bewerbung” in der Berufsschule durchgemacht hat weiss, dass man bei einem Bewerbungsschreiben seinen Vorgänger nicht schlecht machen soll. Das wirft ein negatives Bild auf die sich bewerbende Person selbst und das zurecht. Umso mehr gilt das für Werbungen und v.a. Spendenaufrufe für die überdies das Instrument der “vergleichende Werbung” gesetzlich detailliert geregelt ist.

    Objektiv bleiben – Fokus auf die Sache selbst!
    Ich werde diesem Spendenaufruf keine Beachtung schenken und Wikipedia dennoch eine kleine Spende zukommen lassen, da ich das System – objektiv betrachtet – für sehr gelungen halte.

    Dennoch sollten sich die Betreiber von Wikipedia mE. zukünftig genau überlegen wen und wie sie für sich Werbung machen “lassen”, denn dieser Spendenaufruf ist ein sprichwörtlicher “Schuss ins eigene Knie”. Ich bin mir sicher, dass nicht nur Mitarbeiter von Technikkonzernen über solche Worte verärgert sein werden.

    Letztlich sei gesagt, dass Wikipedia zwar eine gute, aber bei weitem nicht die einzige gelungene Enzyklopädie dieser Welt ist. Ich habe zu Hause den grossen Brockhaus, welcher zwar etwas kostet, aber schliesslich auch keine Werbung enthält und im Gegensatz zu Wikipedia eine geprüfte und daher zitierbare Quelle darstellt.

  • 26Jul

    der oberösterreichische AK-Vizepräsident und stellvertretende ÖAAB-Landeschef Helmut Feilmair fordert, laut Informationen der APA, die Aufnahme eines verpflichtenden Führerscheins für soziale Netzwerke in den Lehrplan der Schulen. Er begründet dies damit, dass jugendliche oft nicht wissen, was sie mit ihren Handlungen bewirken.

    Obwohl der Vorschlag im ersten Moment vollkommen absurd klingt, ist zumindest der Ansatz nicht falsch. Jugendliche sind sich der Gefahr, derer sie sich in sozialen Netzerken aussetzen, oft nicht bewusst. Unbeabsichtigte bzw. unbewusste Preisgabe vertraulicher Informationen, Cybermobbing oder einfach nur klassische Phishing-Attacken – um nur einige wenige Gefahrenquellen zu nennen – sind in sozialen Netzwerken an der Tagesordnung. Zuletzt schockierte der Fall einer 16 jährigen Hamburger Schülerin, deren Geburtstagsparty von 1600  nicht geladenen Feierwütigen überrannt wurde und das nur, weil die Veranstaltungseinladung versehentlich öffentlich erfolgte (zum Artikel). Um die Dreistigkeit dieser Aktion noch zu unterstreichen: die unbeabsichtigte Veröffentlichung wurde rechtzeitig erkannt und die Party abgesagt. Hunderte Kids erschienen dennoch. Einige hatten sogar Transparente dabei mit der Aufschrift “Thessa – Jetzt erst recht”.

    Die Lösung des Problems liegt natürlich nicht in der Vermeidung sozialer Netzwerke. Facebook, StudiVZ, Google+, Twitter & co sind und bleiben ein netter Zeitvertreib; es macht ja zugegebenermassen auch Spass, sich in der “sozialen” virtuellen Welt herumzutummeln. Schuld an der Misere ist der naive Umgang mit den Onlinediensten; oftmals auch einfach nur die Unwissenheit. Bereits das Beachten einiger weniger Sicherheitshinweise würde einen Grossteil des bestehenden Gefahrenpotentials bannen. Die obengenantnen Situationen könnten daher recht einfach vermieden werden. Es bedarf nur einer frühzeitigen Aufklärung von Eltern und Kindern, über den verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken.

    Ich gebe den Bedenken des AK-Vizepräsidenten Feilmair vollinhaltlich recht. Allerdings scheint mir die Installation eines verpflichtenden “Führerscheins” für Schulkinder etwas zu übertrieben. Es würde vorerst genügen, wenn das Thema im Rahmen des Pflichtgegenstands Informatik behandelt werden würde. Im Bereich der Aufklärung der Eltern wäre das Bereitstellen von Informationsmaterial oder das Abhalten von Vorträgen eine geeignete Massnahme.

    Bis es jedoch soweit ist, helfen uns zumindest zahlreiche Fachartikel zum Thema “Umgang mit sozialen Netzwerken”. So veröffentlichte beispielsweise das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationspolitik (kurz: BSI)  10 Tipps zum sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken (zum Beitrag). Das Magazin CIO gibt uns “10 Sicherheitstipps für Soziale Netzwerke” und auf spiegel.de erfahren wir Interessantes über “Die Gefahren des sozialen Netzes“.

    Das erteilen von Bussgeldern an Benützer sozialer Netzwerke wegen “Surfens ohne Führerschein” wird uns sobald hoffentlich nicht ereilen. Eine Verstärkung der Aufklärungspolitik wäre jedoch dringend notwendig.

  • 05Jul

    Heute ist ein Artikel auf www.cio.de unter dem Titel “10 Tipps für erfolgreiche IT-Projekte” erschienen. Er ist kurz und prägnant. Meines Erachtens wurden die wesentlichesten Faktoren, die die Voraussetzung für sinnvolles Projektmanagement bilden, angesprochen. Interessant ist auch noch die Fotostrecke zum Thema “Project Management Tools”.

    Hier gehts zum Artikel: http://www.computerwoche.de/management/it-strategie/2489690/

  • 30Jun

    Kürzlich sind auf CRN.de zwei Artikel zum Thema Projektrisiken erschienen. Der erste Artikel trägt den Titel “Projektrisiken steigen mit Zahl der IT-Vorhaben”, der zweite Artikel trägt den Titel “IT-Projektrisiken wachsen überproportional”.

    Beide Artikel beziehen sich auf eine Vergleichsstudie der Ardour Consulting Group. Die Studie besagt, dass Risiken “überproportional mit der Projektvielfalt steigen”; im Grunde genommen eine logische Entwicklung. Parallel zur Projektvielfalt erhöht sich die Komplexität. Einer erhöhten Komplexität muss mit einer funktionierenden und angepassten “Unterstützung” für Projektleiter und Management (wie es von der Ardour-Group bezeichnet) begegnet werden. Jedoch genau auf dieser Stufe liegt laut Ardour Group sprichwörtlich der Hund begraben. “»Es werden häufig eine Menge finanzieller und personeller Ressourcen vergeudet, wenn nicht die richtigen IT-Projekte mit der richtigen Unterstützung durchgeführt werden«, beschreibt Ardour-Geschäftsführer Jakob Rehäuser die typischen Folgen eines fehlenden Projektportfolio-Managements in der notwendigen Güte” (Folker Lück, Projektrisiken steigen mit Zahl der IT-Vorhaben). Laut CRN bestehen sogar nur in jedem vierten Fall die notwendigen Voraussetzungen für ein modernes Multiprojektmanagement.

    Obwohl diese Tatsache weithin bekannt ist, scheint sie immer noch ignoriert zu werden. CRN betitelt dies treffend als “Problem Erkannt – Gefahr ignoriert”. Nicht selten hört man Sätze wie “Für die Handvoll Projekte brauchen wir kein System”. Oftmals wird mit Vehemenz versucht jegliche Investitionskosten für den Aufbau von Projektsystemen zu verhindern. Missachtet wird dabei allerdings, dass das Sparpotential in diesem Sektor leider sehr gering und v.a. höchst risikoreich ist. Während die Investitionskosten für den Aufbau von Projektlandschaften verhältnismässig gering sind, müssen Unternehmen bei gescheiterten Projekten oft sehr tief in die Tasche greifen.

    Ein funktionierendes Portfoliomanagement kann mit einem künstlilchen Horizont in einem Flugzeug verglichen werden. Ohne dieses Instrument lässt es sich untertags bei klarer Sicht problemlos fliegen. Ziehen allerdings Wolken auf, kann das Flugzeug nicht mehr sinnvoll gesteuert werden. Man manövriert zwar immer noch, weiss aber nicht wohin. In Projektlandschaften verhält es sich ähnlich. Werden die Projekte einzeln betrachtet, scheint eine Koordination verhältnismässig einfach. Bilden sich unter den Projekten allerdings Abhängigkeiten (sich gegenseitige bedingende Risiken, Technologieabhängigkeiten, Personalauslastungsabhängigkeiten …) wird das System komplex. Es wird unüberblickbar. Ohne Hilfsmittel beginnt man automatisch das System zu trivialisieren anstatt es zu “begreifen” und entscheidet schlussendlich auf einer Grundlage von stark reduzierten und letztlich untauglichen Faktoren. Diese Entscheidungen können zufälligerweise richtig sein; diese Entscheidungen können allerdings auch vollkommen verfehlt sein. Verfügt man über ein intaktes Portfoliomanagement, so können Vorgänge, Abhängigkeiten, etc. mit einfachen Mitteln abgebildet und ausgewertet werden. Entscheidungen können auf ein Fundament aus fundierten Ergebnisse gestellt werden.

    Ich habe diesen Vergleich gezogen, da ich in meiner Freizeit Segelflugsport betreibe. Beim Segelflug steigt man üblicherweise nur bei schönem Wetter in die Lüfte auf. Dennoch sind in den meisten unserer Flugzeuge künstliche Horizonte eingebaut – zur Sicherheit. Es kann immer einmal passieren, dass man unerwartet von einer Wolkenfront überrascht wird. Und was sind schliesslich 3000,– EUR Anschaffungskosten im Verhältnis zu einem Menschenleben?

    Ein solches Sicherheitsbewusstsein sollte nicht nur in der Fliegerei vorherrschen, sondern auch in der Unternehmenskultur gelebt werden.

    Das Problem ist bekannt und hinreichend belegt, die Anschaffungskosten einer solchen “Sicherheitseinrichtung” sind verhältnismässig gering und der Nutzen daraus ist, nicht nur vom Gesichtspunkt der Sicherheit aus, beachtlich.

  • 11Jan

    … ist der Titel eines Interviews mit Ken Schwaber (einer der Miterfinder von Scrum) auf www.cio.de. Es handelt sich grundsätzlich um ein recht interessantes Interview, enthält aber Tipps, die nicht wirklich neu sind. Vor solchen “Einführungsproblemen” – wie sie im Interview genannten werden – steht nicht nur die Scrum-Einführung. Jede Veränderung in und an einer Prozesslandschaft muss von den Mitarbeitern grundlegend begriffen und in der Folge akzeptiert werden. Bei einer Veränderung an und in einer bestehenden Prozesslandschaft stellt sich nur die Frage nach der Intensität der Veränderung. Diese korreliert meiner Erfahrung nach mit der Intensität der in der Folge notwendig zu setzenden Massnahmen.

    Eines muss man Scrum daher zugestehen: die Umstellung für die Mitarbeiter ist enorm. Es geht nicht nur um eine Umstellung in der Arbeitsweise, sondern auch um eine Umstellung in der Denkweise. Dies macht eine Scrum-Einführung zu einer besonderen Herausforderung.

    Hier gehts zum Artikel.

  • 06Dez

    So lautet der Titel eines Artikels auf CIO.de vom 02.12.2010. Dabei handelt es sich um ein Quiz über Projektmanagement in dem anscheinend Expertenwissen getestet wird. Ob dieses Quiz – wie im Artikel geschrieben wird (siehe Artikel: http://www.computerwoche.de/management/it-strategie/2359163) – tatsächlich in der Lage ist “die Champions” des Projektmanagements herauszufiltern sei dahingestellt.

    Fakt bleibt, dass es sich hierbei um einen amysanten Weg handelt, sein Wissen über Projektmanagement auf die Probe zu stellen. In diesem Sinne, viel Spass!

    Zum Quiz: http://www.computerwoche.de/quiz/110

  • 29Nov

    Das Magazin “Harvard Business Manager” veröffentlichte am 25.11.2010 (Heft 9/2010: Service 2.0) ein Essay von Richard Barker mit dem Titel “Management ist keine Profession”.

    In dem Essay geht es um die Frage, ob die Tätigkeit eines Managers eine eigene Profession ist oder zumindest eine solche werden sollte. Der Autor lehnt letzteres entschieden ab und begründet dies mit den für Berufsstände üblicherweise verknüpften Eigenschaften, welche seiner nach Ansicht sind (grob zusammengefasst):

    • ein abgrenzbares, notwendiges, mit herkömmlichen Methoden erlernbares Wissen,
    • die absolute Notwendigkeit von Grundlagenwissen (also somit einer Ausbildung),
    • das Vorhandensein von ethischen Leitsätzen,
    • und der Vertretung durch eine Standeseinrichtung.

    Er stellt fest, dass die Managementtätigkeit nicht vollständig abgrenzbar und in Lernpakete verpackbar ist, dass die Absolvierung einer Management School keine unabdingbare Voraussetzung für das Leiten eines Bereiches darstellt und auch, dass sonstige für den “Status” Berufsstand typische Kriterien fehlen. Er kommt zum Schluss: “Management ist keine Profession”.

    Der Autor hat mE. zwar recht, geht in seinem Essay aber einen unnötig komplizierten Weg.

    Grundlegende Überlegungen

    Das Wort Profession leitet sich von professio (lat) ab und bedeutet Bekenntnis, Gewerbe oder Beruf. Es geht also um die Frage, ob es sich bei der Managementtätigkeit um ein eigenständiges Gewerbe bzw. einen eigenen Berufsstand handelt.

    Etwas zu managen heisst nichts anderes als etwas zu planen, zu organisieren und/oder zu führen. Gemäss S. P. Robbins (“Fundamentals of Management”) tut ein Manager dies im Sinne von Erfolgskontrolle. Management heisst also letzten Endes, alles Notwendige dafür zu unternehmen, dass ein erwarteter Erfolg eintritt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass nicht der Erfolg selbst geschuldet wird, sondern lediglich der Versuch, diesen zu erreichen.

    Business Schools vermitteln Methodenwissen, die diese Erfolgserreichung unterstützen. Dies sind Methoden für die Planung, für die Organisation und für die Führung von Unternehmen bzw. von Unternehmensbereichen.

    Der Stein des Anstosses

    Einzelne Business Schools fordern nun die Einführung eines eigenen Berufsstandes für Manager. Ist diese Forderung legitim?

    Meine Beurteilung

    Ein Arzt “beschäftigt sich mit der Vorbeugung (Prävention), Erkennung (Diagnose), Behandlung (Therapie) und Nachsorge von Krankheiten und Verletzungen” (Quelle: Wikipedia). Ein Jurist beschäftigt sich mit Rechtssetzung und Rechtsprechung. Ein Informatiker sorgt dafür, dass ich diesen Artikel auf WordPress stellen kann und ein Buchhalter “gibt die beim geschäftlichen Verkehr eines Unternehmens anfallenden Daten finanzieller Geschäftsvorfälle in die Geschäftsbücher ein, kontrolliert diese und führt am Ende einer Rechnungsperiode in der Finanzbuchhaltung vorbereitende Tätigkeiten zum Jahresabschluss durch” (Quelle: Wikipedia). Diese Tätigkeitsbereiche sind eindeutig und können einer spezifischen Berufsgruppe zugeordnet werden.

    Wie könnte nun aber das “künftige” Berufsbild eines Managers beschrieben werden? Etwa: “ein Manager leitet Unternehmen bzw. Unternehmensbereiche und versucht dabei erwartete Erfolge zu erzielen”? Man erkennt gleich die Problematik unseres neuen Berufsstandes. Eine solche Beschreibung würde letzten Endes auf alle Personen verschiedenster etablierter Berufsgruppen zutreffen, die nur annähernd mit Führungsaufgaben betraut worden wären.

    Denn genauso wie ein Arzt seine Praxis leitet und alles in seiner Macht stehende dafür unternimmt, die Gesundheit seiner Patienten zu erhalten, so “managed” auch ein Jurist seine Kanzlei, oder ein Buchhalter, eine Buchhaltungsabteilung.

    Wir können die Fragestellung auch umkehren: Wer führt eigentlich eine Managementtätigkeit aus ohne überhaupt irgendeinem Fachbereich zugeordnet zu sein? Meiner Meinung nach niemand. Denn auch derjenige, der ausschliesslich Unternehmen berät oder Managementmethoden unterrichtet kann einem Fachbereich zugeordnet werden. Es sind dies die Berufsgruppen der Unternehmensberatung und der Lehrtätigkeit. Auch CEO’s, CFO’s und CIO’s können Berufsbildern zugeordnet werden, nämlich denen der CEO’s, der CFO’s und der CIO’s.

    (Bildquelle: http://schokoliert.de/der-tod-welch-ein-abscheulicher-berufsstand)

    Fazit…

    … in der Theorie

    Aus dem eben erläuterten ergibt sich für mich nur ein logischer Schluss: es kann der Fachbereich zwar ohne Management, nicht aber das Management ohne den Fachbereich. Management alleine für sich bringt nichts. Diese Situation wäre mE. vergleichbar mit dem König aus dem Werk “Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupéry, der zwar über alles herrscht und regiert, aber keine Untertanen hat. Es braucht etwas, dass es zu managen gilt. Das bedeutet nicht, dass dadurch das Thema Management weniger wichtig wird. Es bedeutet nur, dass es in meinen Augen für sich alleine keinen Berufsstand bilden kann, sondern immer in Verbindung mit einer Haupttätigkeit stehen muss.

    … in der Praxis

    Für mich ist diese Fragestellung reines Schattenboxen; also rein akademischer Natur! Das einzige was durch die Behandlung dieser Fragestellung eindeutig hervorgeht ist, dass uns Management in allen Alltagssituationen begegnet. Ob wir ein Unternehmen führen, ein Projekt abwickeln oder ein kleines Team leiten, wir übernehmen die Verantwortung für diesen Bereich und somit die Aufgabe, diesen Bereich zum Erfolg zu führen. Wir sind, ob wir wollen oder nicht, Manager. Wir können uns entweder selbst einen Gefallen tun und diese Managementaufgabe mit Hilfe fremder Erfahrungswerte bewältigen, wie diese beispielsweise von den Business Schools gelehrt werden, oder auf unsere eigene Erfahrung vertrauen. Fakt bleibt, egal für welchen Weg wir uns entscheiden: wir “managen” zu diesem Zeitpunkt bereits.

    Wie ich unlängst in einem Essay über die Grundlagen des Projektmanagements geschrieben habe steht für mich – in Anlehnung an Paul Watzlawicks Kommunikationstehorie – daher fest: Man kann nicht nicht managen!

  • 02Nov

    Oftmals sind wir derartig mit Arbeit zugedeckt, dass wir uns einfach unkoordiniert, Tag für Tag, ins Geschehen stürzen. Dabei kann es rasch passieren, dass wir unsere übergeordneten Ziele – auf die wir eigentlich hinarbeiten – aus den Augen verlieren.

    Wir sehen sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr!

    Eigens entwickelte Zieldefinitionsmethoden scheinen hierfür Abhilfe zu schaffen. Sie helfen uns Ziele zu erkennen, zu definieren und auf deren zieltauglichkeit hin zu überprüfen. Was sich in der reinen Theorie überzeugend anhört ist in der Praxis oft unbrauchbar. Dabei liegt das Problem nicht bei den Methoden an sich, sondern darin dass die einmal erarbeiteten Zieldefinitionen nach einiger Zeit oft ungewollt in den verschiedenen Schubladen verschwinden.

    Diesem Problem hat sich die “Reichert Consultig GmbH” angenommen und einen Planerkalender und ein sog. Strategieblatt für das kommende Jahr entworfen. Der Kalender ist im Downloadbereich der Unternehmensseite zu finden (http://www.klausreichert.de/wp-content/uploads/2010/10/Klaus-Reichert-Planerkalender.pdf). Im Prinzip handelt es sich dabei um nichts anderes, als um einen Wandkalender in dem die geplanten Ziele eingetragen werden können. Dabei können insbesondere folgende Bereiche eingetragen werden: ein generelles Motto, mehrere Jahresziele, Quartalsziele und Wochenziele. Es besteht zudem die Möglichkeit die Ziele abzuhaken. Weiters enthält jeder Tag einen Smiley, der je nach “Tageszielerreichung” gestaltet werden kann. Der Vorteil dieser Methode besteht in der Visualisierung der Ziele. Die Abteilung oder auch die Einzelperson, die sich dieses Kalenders bedient, ist durch den Eintrag des Smileys gezwungen, sich täglich einige wenige Sekunden mit dem Kalender zu beschäftigen. Sie betrachtet dabei immer wieder das “geplante Gesamte”. Es ist beinahe unmöglich die übergeordneten Ziele aus den Augen verlieren.

    Der Wandkalender hilft auch im Falle von Planabweichungen und Kurskorrekturen. Erstere werden sofort erkannt und können sehr einfach allgemein ersichtlich gemacht werden. Zweitere zeigen zumindest deren Notwendigkeit auf und können monatlich neu eingetragen werden. Schlussendlich lässt sich ohne viel Aufwand feststellen, ob das Jahresziel erreicht werden konnte, oder nicht.

    Fazit: Obwohl es Kalender bereits seit der Steinzeit gibt, sind Planerkalender – wie der eben gerade vorgestellte – auch heute noch eine wahre Rarität. Dabei überwiegen die Vorteile der Einführung eines Solchen. Erstellung und Pflege sind einfach und alles andere als zeitintensiv. Ständige Zielvisualisierung, rasche Kursbestimmung und einfachere Kurskorrekturen sind nur einige wenige aus einer Vielzahl an nennenswerten Vorteilen. Jetzt braucht man eigentlich nur noch einen Platz an der Wand und einen Stift!

  • 02Nov

    Im Artikel “Das Gehalt kommt sowieso – Zeitvertreib im Job” auf www.tecchannel.de geht es um die beliebtesten “Privattätigkeiten” der Deutschen in Ihrem Job. Dabei wird überaus deutlich darauf hingewiesen, dass die Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit eigentlich scharf gezogen werden müsste, aber dass sich Menschen halt leicht ablenken lassen. Abgesehen davon, dass der Artikel sehr kurz gehalten und uninteressant ist, lässt er die Möglichkeit für zwei gravierende Fehlschlüsse offen. Erstens unterstellt er den Betroffenen unterschwellig, dass sie faul sind. Zweitens lässt er unterbewusst anklingen, dass diese Tätigkeiten eigentlich nicht erlaubt sind.

    Ich werde in der Folge kurz erläutern, dass Faulheit nicht der einzige Antrieb für Privattätigkeiten am Arbeitsplatz ist. Weiters werde ich das rechtliche Thema kurz umreissen und darstellen, dass die aufgezählten Tätigkeiten nicht per se gesetzlich bzw. vertraglich untersagt sind.

    Beginnen wir mit Letzterem. Prinzipiell ist im Arbeitsvertrag festzulegen, inwieweit “private Tätigkeiten” am Arbeitsplatz erlaubt sind, oder eben nicht. Dabei zeigt uns die jüngste Judikatur, dass Tätigkeiten geringen Ausmasses im Normalfall kein Problem darstellen. Wollte der Arbeitgeber jegliche “privaten Tätigkeiten” verhindern, so müsste er dies klar anordnen. Diese Anordnung muss zwar nicht unbedingt Teil des Arbeitsvertrages sein, aber es muss zumindest im Unternehmen allgemein bekannt sein. Aber auch diesem Vorgehen sind Grenzen gesetzt. Es gibt Tätigkeiten, die schlicht und einfach während der Arbeitszeit erledigt werden müssen. Dazu zählt beispielsweise das Telefonat mit einer Gerichtsstelle bezüglich einer gerichtsanhängigen (befristeten) Sache, oder einfach nur die Bekanntgabe der Kündigung eines Mobilfunkvertrages. Der Arbeitgeber kann solche Tätigkeiten nicht prinzipiell untersagen, sondern lediglich die Benutzung unternehmensinterner Geräte für diese Zwecke. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Es gibt nun mal Tätigkeiten deren Durchführung (jedoch nicht Vorbereitung!) ausschliesslich zu Geschäftszeiten möglich ist. Oftmals sind diese Tätigkeiten auch noch zeitlich befristet. Würde dem Arbeitnehmern aus der Untersagung der Tätigkeit ein unverhältnismässig hoher wirtschaftlicher oder persönlicher Nachteil entstehen, so kann ihm diese Tätigkeit nicht prinzipiell verwehrt werden.

    Abgesehen davon, dass die im Artikel beschriebenen Tätigkeiten nicht alle per se verboten sind bzw. verboten werden können, ist es oftmals einfach nur sinnvoll oder notwendig gewisse Erledigungen untertags durchzuführen. Ein kurzer Anruf im Reisebüro, um eine geplante Reise zu buchen oder ein Mail an den Kindergarten, dass man das Kind nun doch erst um 17:00 Uhr abholen kann; diese Dinge kosten weder viel Arbeitszeit, noch lenken sie sonderlich von der Arbeit ab. Im Gegenteil. Wenn der Arbeitgeber die Möglichkeit zur Erledigung solcher Dinge einräumt, ist der Arbeitnehmer danach oft wesentlich konzentrierter und motivierter. Genauso wie jeder Seminartrainer weiss, dass offene Fragen möglichst rasch ausgeräumt werden sollten, da die Teilnehmer sonst bis zur Beantwortung ihrer Frage nicht mehr bei der Sache sind, so sollten sich auch Arbeitgeber im Klaren sein, dass ein geregeltes Privatleben eine unabdingbare Voraussetzung für die volle Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz ist.

    Zu den erwähnten Filmchen auf Youtube und dem Kaffeeklatsch über die vergangene Party kann ich den Arbeitgebern nur raten: seien Sie nicht zu streng; fördern Sie eine lockere Atmosphäre. Ein lockerer Umgang schafft ein familiäres Umfeld, wirkt motivierend und bewegt die Mitarbeiter dazu, das Unternehmen nicht schon nach exakt acht gezählten Arbeitsstunden zu verlassen. Dem Arbeitgeber kann m.E. gar nichts besseres passieren, als wenn sich Arbeits- und Privatleben miteinander vermischen. Es ist nicht selten der Fall, dass ich noch spät Abends den Laptop öffne und eine plötzliche Idee realisiere.

    Es gäbe noch viele Gründe die für eine Auflockerung des Arbeitsklimas sprechen würden, aber ich halte eine Aufzählung dieser im 21. Jahrhundert für obsolet !

    Die Zeit der Werksuhren in Büroräumen ist vorbei. Lassen Sie sich von Unternehmen wie Apple oder Google inspirieren. Diese lassen ihren Mitarbeitern grosse Freiräume, zählen weltweit zu den besten Arbeitgebern und sind dennoch erfolgreicher denn je!

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